Projektbeschreibung Phase 3
Der Sonnenberg ist ein Gründerzeitviertel mit Anerkennung der meisten Gebäude des zentralen Sonnenbergs (Projektgebiet) als Gebäudedenkmal (§ 7 EStG)). Die Ausstrahlung dieser teilweise architektonisch wertvollen Gebäude wird durch eine seit Jahren anhaltende Verwahrlosung der Erdgeschoßfassaden, Gehwege, Straßenränder, Baumscheiben, Hecken und Grünflächen getrübt. Diese Tendenz aufzuhalten und umzukehren ist eine der selbst gestellten Aufgaben des Bürgerverein vom Sonnenberg e.V.
Im Projektgebiet, begrenzt von der Fürsten-, Zieten-, Palm- und Dresdner Straße (fast 7 km Straßenlänge, ca. 600 m x 700 m Fläche, über 450 Grundstücke), wird seit Anfang Oktober (nach Testphasen 1 und 2 seit Mai) flächendeckend eine alternative Art der Reinigung praktiziert. Diese wird den Beweis liefern, dass mobile Straßenkehrer deutlich besser und nicht teurer als die heute eingesetzte Technik diese Aufgabe erfüllen kann. Die Anliegerflächen und Fassaden von leerstehenden verwahrlosten Objekten (deren Besitzer teilweise nicht in die Pflicht nehmbar sind) werden gesäubert und danach regelmäßig gereinigt, so dass sie als Schandfleck nicht mehr in Erscheinung treten. Straßenränder, die seit Jahren nur sporadisch gepflegt wurden und einen hohen Wildwuchsgrad aufweisen, werden wieder in den Normzustand versetzt. In Teilzonen werden die Gehwege durch Beseitigung von Wildbewuchs und Verschmutzung wieder für jeden nutzbar und anschauenswert. Die Baumscheiben im Projektgebiet weisen eine hohe Verkrautung und Vermüllung auf und werden gesäubert und regelmäßig nachgepflegt. Hecken werden von Unrat befreit und bei Notwendigkeit unter fachlicher Anleitung verschnitten. Täglich von Montag bis Freitag wird auf Gehwegen, Straßenrändern und Baumscheiben Unrat abgelesen. Der Lessingplatz als zentraler Spiel- und Erholungsplatz wird ab Frühjahr täglich gepflegt und nicht nur zweimal wöchentlich (völlig unzureichend bei der aktuellen Verschmutzung). Seine Parkanlagen werden wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand versetzt.
In späteren Projektschritten werden die betroffenen Fassaden gereinigt und die vielen holprigen Fußwege durch Ausrichtung der Gehwegplatten instand gesetzt.
Die derzeit teilweise mit diesen Aufgaben betrauten Ämter oder Firmen der Stadt sehen sich aufgrund der Haushaltlage und anderer Einschränkungen nicht in der Lage, den aktuellen desolaten Zustand abzustellen. Deshalb greifen wir als Bürger hier mit zeitweiser Unterstützung von 1 €-Jobbern ein.
Die bisherigen Analysen und Erfahrungen aus den ersten beiden Projektphasen lassen bereits heute die Schlussfolgerung zu, dass mobile Straßenkehrer mit dem genannten Arbeitsumfang den anfallenden notwendigen Reinigungsaufgaben im Gebiet viel besser, effektiver und ergebnisreicher gerecht werden. Hier ist in Zukunft unter straffer Führung gerade der Einsatz von Langzeitarbeitslosen mit wenigen notwendigen Kompetenzmerkmalen möglich. Durch Übernahme in eine kommerzielle Unternehmung wird diesen Menschen neben einer sinnvollen Aufgabe wieder soziale Integration und ein dauerhafter Arbeitsplatz ermöglicht. Kommune und Bund können sich Sozialleistungen in Größenordnungen sparen, die Bürger und Gäste werden sich im Stadtteil wieder wohlfühlen und auch wieder selbst mehr Verantwortung übernehmen.
Ziel es Projektes ist es, über einen längeren Zeitraum auswertbare Ergebnisse vorzulegen, die den politischen Entscheidungsträgern der Stadt die belegbare Möglichkeit geben, diese Variante flächendeckend auch in anderen Stadtteilen einzuführen. Aus heutigen Überlegungen ist so die Schaffung von 2 - 300 Arbeitsplätzen bevorzugt für Langzeitarbeitslose möglich.
Stand: Oktober 2006