Archiv für Oktober 2008

Ein Jahr ist rum

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Vor 366 Tagen gab es (nach der entsprechenden Wartezeit) einen Temin zwischen dem Projektleiter und der Amtsleiterin des Grünflächenamtes. Der verlief auch eher im ruhigeren Tonfall, da wir Fragen klären wollten und um Unterstützung bei unseren Aktionen auf dem Sonnenberg warben. Im Ergebnis gab es neben der Zusicherung von Antworten auf gestellte Fragen auch die Vereinbarung, nun doch einen Pflegevertrag für die von uns gepflegte Hälfte des Lessingplatzes abzuschließen.

Dann tat sich mehrere Monate nichts. Nach vorherigen Erinnerungen wandte sich der Vorstand unseres Bürgervereins Ende Januar an die Amtsleiterin und beklagte dieses Nichtstun der Verwaltung. Wenige Wochen später gab es dann einen Vertragsentwurf, aber mit völlig abweichenden Inhalten. Der wurde von uns korrigiert und umgehend zurückgeschickt; da noch in dem Glauben, die Verwaltung hätte sich einfach nur geirrt. Im Juni (!) reagierte man auf diese Richtigstellung dadurch, daß man bei der erneuten Zusendung alles beim Alten ließ und erklärte, so sei es richtig und anders ginge es garnicht.

Unsere Antwort darauf sorgte bei Frau HeHe für einen Tobsuchtanfall, da wir ihr unmißverständlich klar machten, daß bei uns ihr "Gutsherrendenken" völlig fehl am Platze wäre und wir dann eben weiter ohne Vertrag unsere Pflege realisieren würden, immerhin ja nun schon fast ein ganzes Jahr. Über diese klaren Worte war die Amtsleiterin sehr empört und ließ dem Vorstand ausrichten, daß sie zukünftig mit dem Projektleiter keinerlei Gespräche mehr führen würde. Ein späteres Treffen mit den Vorständen des Bürgervereins ergab auch keine brauchbare Lösung. Man deutete aber zumindest an, daß das Amt sich "juristische Schritte vorbehalten würde", wenn wir weiterhin ohne Vertrag Pflegearbeiten auf öffentlichen Flächen ausführen würden. - Nun gut, das Gelächter unsererseits über solche Vorhaben drang wohl sogar bis ins Technische Rathaus.

Es gab dann nochmals einen Briefwechsel und die Zusicherung von Frau HeHe, die Differenzen in einem Gespräch ausräumen zu wollen. In der Zwischenzeit hatte sich ja auch unsere Oberbürgermeisterin zu dem Thema freiwillige Pflege öffentlicher Flächen durch Bürger geäußert. Ihren deutlichen Worten sollten dann aber auch mal Taten der Verwaltung folgen. Wir haben bis heute keinen Vertrag. Unsere Hälfte vom Lessingplatz nimmt daran keinen Schaden.

Aber wir halten das Verhalten der städtischen Verwaltung auch in diesem Fall für typisch. Wer es in 366 Tagen nicht einmal hinbringt, mit freiwillig handelnden Bürgern so ein paar Zeilen zu gestalten, was will man denn da bei ernsthaften Problemstellungen wie einem Grünflächenkonzept verlangen?!

Es ist Herbst

Freitag, 17. Oktober 2008

 

 

 

 

 

 

10 Tage brauchte die Chemnitzer Verwaltung, bis der ASR den Grünschnitt-Container wieder zum Befüllen freigab. Mehrere Briefe, einige Mails und Telefonate und dann gings doch plötzlich. Ob der ASR jetzt Geld dafür bekommt, wissen wir nicht. Der Aufwand für die Kommune ist eh der gleiche, egal ob Grünflächenamt oder ASR die Entsorgungskosten tragen.

Das auf dem Bild ist die Laub-Abtransport-Leistung eines Tages vom Lessingplatz (wohlgemerkt von unserer Hälfte). Die über 80 Bäume (auf der anderen Hälfte stehen nur reichlich 40) lassen es derzeit richtig krachen. Wenn wir in einer Ecke fertig sind mit Blasen, Zusammenkehren und Einsacken, in die nächste Ecke gehen und dort dann fertig sind, könnten wir in der ersten schon wieder von vorn beginnen. Nun, in Summe ist alles fallende Laub dann doch gleich. In 3 bis 4 Wochen haben wir diese Phase überstanden wie voriges Jahr auch.

1100 Baumscheiben sind grundgereinigt

Freitag, 3. Oktober 2008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für 2008 im Jahresplan, um drei Monate verzögert begonnen, weil es die Bürgermeisterin Wesseler desinteressiert hinzog, für die Stadt Nein zu einer von uns gewollten Mitbeteiligung zu sagen und Anfang Juni mit unseren Kräften begonnen: Die Baumscheiben auf dem Sonnenberg sind grundgereinigt. Auf allen wurde wenigstens Hochwachsendes abgemäht, bei den meisten auch schon Unkraut gestochen, Wildwuchs entfernt und Seitentriebe der Bäume beschnitten. So ordentlich sieht es in keinem anderen Stadtteil von Chemnitz ganzflächig bei den Straßenbäumen aus. Das haben wir in vier Monaten mit freiwilligen Kräften erreicht, mit gewerblichen hätte dieser Abschnitt kaum vier Wochen gebraucht. An einem Drittel der Baumscheiben brauchten wir selbst nichts oder wenig tun. Da hatten Hausbesitzer oder Anwohner auch schon selbst Hand angelegt, weil sie das vom Grünflächenamt verursachte Elend einfach nicht mehr mit ansehen wollten. Bei dem zweiten Drittel hielt sich der Aufwand in Grenzen und beim dritten Drittel war es heftig. Was da für verwahrloste Baumscheiben dabei waren, wir haben vorher nur mit dem Kopf geschüttelt und uns hinterher über den zeitlichen Aufwand gewundert. Wir wollen ja nicht nur einfach runtermähen, sondern dauerhaft für Ordnung und Sauberkeit sorgen. Der zweite Arbeitsabschnitt läuft mit dem Nachpflegen schon seit Wochen. Im jetzt folgenden Teil sollen die Einfassungen wieder in ihrer ursprünglichen Gestaltung erkennbar werden. Erfreulich waren und sind für uns immer wieder die Reaktionen der Bevölkerung vor Ort. Es wird dankbar wahrgenommen und in den Gesprächen dabei auch die Ursachen erkannt. Ignoranz und Unfähigkeit der Chemnitzer Stadtverwaltung, solche eigentlich einfachen Sachaufgaben qualifiziert zu lösen. Hier liegt auch für die Zukunft die größere Aufgabe.

Aber das werden wir auch noch schaffen.